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Malteser Erfurt

Demenzbegleiter

Einen demenzkranken Angehörigen zu pflegen ist ein 24-Stunden-Job.

Die ausgebildeten Malteser Demenzbegleiter übernehmen stundenweise die Betreuung. Damit entlasten sie die Angehörigen. Die können in dieser Zeit beruhigt etwas für sich tun. Die Betreuung richtet sich nach den Bedürfnissen des Demenzkranken.

Das Erkennen, Fördern und Erhalten noch vorhandener Fähigkeiten auf der Grundlage von Biografiearbeit spielt dabei ebenso eine Rolle wie das Achten auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.

Die Kosten für den Entlastungsdienst können bei den Pflegekassen geltend gemacht werden – unabhängig von der Pflegestufe.

Ihr Ansprechpartner vor Ort:

Heike Schiwek
Koordinatorin Demenzentlastungsdienst
Tel. (0361) 3404779
Mobil. (0151) 42 36 10 61
Fax (0361) 3404711
E-Mail senden

Auf Initiative von Königin Silvia gibt es seit 1996 in Schweden die Stiftung Silviahemmet, die ein umfassendes Ausbildungskonzept zur Begleitung und Betreuung demenziell erkrankter Menschen und ihrer Angehörigen entwickelt hat. Ausdrückliches Ziel ist es dabei, Menschen (Angehörige, Fachpersonal, Entscheidungsträger, Begleiter etc.) zu befähigen, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass die lange Reise des demenziell erkrankten Menschen "sicher und ruhig" verlaufen kann.
Die seither gewonnenen Erfahrungen werden vornehmlich durch Schulungen von Angehörigen, Fachpersonal und Begleitungsteams multipliziert und mittlerweile in vielen Einrichtungen der Altenhilfe sowie in betroffenen Familien umgesetzt. In den Jahren 2012 und 2013 haben auch die Malteser in Erfurt eine Trainerin nach Silviahemmet – einem Weg zum Umgang mit Demenz- qualifiziert. Diese wirkt maßgeblich an der Schulung der ehrenamtlichen Demenzbegleiter mit und hält Vorträge in der gesamten Diözese, um für das Thema zu sensibilisieren.

 

Menschen mit Demenz benötigen viel Zuwendung und ein vertrautes Umfeld. Doch den erkrankten Partner oder ein krankes Elternteil zu betreuen, kostet viel Kraft. Die ausgebildeten ehrenamtlichen Demenzbegleiter der Malteser besuchen deshalb regelmäßig den an Demenz erkrankten Menschen zu Hause und verschaffen so den Angehörigen Pausen zum Durchatmen und Zeit für sich, in der sie wieder Kraft für den anstrengenden Alltag in der Pflege tanken können.

Durch ihre Ausbildung nach Silviahemmet können sich die Ehrenamtlichen in die Wahrnehmung der demenziell veränderten Menschen hineinversetzen und so mit ihnen auf angemessene Weise in Kontakt treten. Die Besuche werden jeweils nach den Wünschen des Erkrankten und der Familie gestaltet. Ebenso bieten wir Begleitung und Beratung über den gesamten Krankheitsverlauf und bleiben an Ihrer Seite, bei Bedarf auch im stationären Bereich.  Jeden 2. Donnerstag im Monat findet außerdem das Café MalTa, ein Tagestreff für Menschen mit Demenz, in den Räumen der AWO, Heckenrosenweg 2 in Erfurt, statt.

 

Wenn Sie eine Begleitung wünschen, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

Das Erstgespräch wird in der Regel durch unsere Koordinatorin geführt und findet meist in der häuslichen Umgebung statt. Gemeinsam werden Sie besprechen, welche Art der Unterstützung in Ihrer Situation möglich und gewünscht ist.
Dieses erste Treffen soll auch dazu dienen, alle betroffenen Angehörigen und die erkrankte Person etwas näher kennen zu lernen und mehr über Ihre Lebenssituation zu erfahren. Dies ist hilfreich bei der Auswahl des ehrenamtlichen Hospizbegleiters, den die Koordinatorin dann mit der Begleitung beauftragt.
 Es ist uns wichtig Ihnen eine Person an die Seite zu stellen, der Sie vertrauen können. Die Intensität und Dauer der Begleitung wird dabei individuell vereinbart.
Je nach Situation wird Ihnen der ehrenamtliche Hospizbegleiter von der Koordinatorin persönlich vorgestellt oder meldet sich direkt bei Ihnen zu einem ersten Besuch an.
Weitere Absprachen bezüglich der Häufigkeit und Gestaltung der Besuche treffen Sie dann mit dem Begleiter selbst. Sollte das gewünschte Vertrauensverhältnis nicht entstehen, sind wir dankbar  für Ihre entsprechende Rückmeldung. Scheuen Sie sich nicht, in diesem Fall mit uns Kontakt aufzunehmen. Unsere Begleitung soll angenehm, bereichernd und hilfreich für Sie sein, keine zusätzliche Belastung.

Wir freuen uns, dass Sie sich ein Engagement als Demenzbegleiter vorstellen können. Bitte kontaktieren Sie uns für ein erstes Gespräch.
 

Was muss ich mitbringen?
Wenn Sie
   … gerne das Geschenk Ihrer Zeit mitbringen möchten,
   … offen sind für andere Weltanschauungen, Gesinnungen und Lebensweisen
   … bereit sind, über sich und Ihre eigenen Einstellungen und  Wertvorstellungen nachzudenken,
   … seelisch gesund sind und gut für ihr eigenes Wohlbefinden Sorge tragen können
   … ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und respektieren können
   … sich vorstellen können, Sich auf  einen Demenzkranken und dessen Familie einstellen zu können ohne die Richtung vorzugeben
   … die Unterstützung Ihrer eigenen Familie für dieses Ehrenamt mitbringen,
   … andere wahrnehmen und sich gut einfühlen können
  dann bringen Sie wichtiges Rüstzeug für das Engagement als Demenzbegleiter mit.
Warum arbeiten wir mit Ehrenamtlichen?
 
 
Wir setzen ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter aus Überzeugung ein. In einem Leitbildprozess haben unter anderem unsere Diözesanbeauftragte für Soziales Ehrenamt Ursula Neumann Begründungen für die Ehrenamtlichkeit als gesellschaftlich-politische Notwendigkeit angeführt, die Sie hier einsehen können.
Der Weg zum Demenzbegleiter
Zu einer Schulung nach Silviahemmet gehören im allgemeinen folgende Themen und Inhalte: Gesundes Altern, Typische Alterserkrankungen, Demenzielle Erkrankungen (inkl. Diagnostik und Medikation), Ernährung, Unterstützung der Familie, Teamwork, Kommunikation und Begegnung, Silviahemmet Touch, Technische Hilfsmittel (z.B. Mittel zur Unterstützung der Tagesstruktur, Akustische Signale bei Lauftendenzen), eine gute Umgebung (z.B. Anordnung des Mobiliars, Farbgebung zur besseren Orientierung), ethische Aspekte und existentielle Fragestellungen (Seelsorge).

Die Ziele der Ausbildung sind:
• Den Erkrankten hinter der Diagnose sehen und erkennen können und sich von ihm durch die Krankheit führen lassen.
• Den Erkrankten als eigenständiges Gegenüber wahrnehmen.
• Sich in das Leben des Erkrankten einbeziehen lassen.
• Die Angehörigen entlasten und unterstützen.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE71370601201201228014  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7